Ich bin alaraajavamma, und fangen wir gleich damit an: Ich arbeite nicht für Furilabs und erhalte auch keinerlei Vergütung von ihnen. Ich bin einfach ein zufriedener Kunde und Linux-Phone-Enthusiast, der sich sehnlichst wünscht, dass Linux Mobile Erfolg hat. Dies ist das sechste Kapitel meiner Linux-Mobile-Reise.
Die unglaubliche Arbeit der Community rund um das ursprüngliche Pinephone hatte die Machbarkeit von FOSS-Mobilgeräten bewiesen, war aber auch an eine harte Grenze gestoßen: den schieren Mangel an Leistung. Alle Ausreden, es nicht als Hauptgerät zu nutzen, liefen letztendlich darauf hinaus, dass es einfach verdammt leistungsschwach war.
Die Ankunft des Pinephone Pro (PPP) fühlte sich an wie das letzte Puzzleteil. Pine64 hörte zu, und das Versprechen war einfach: der Community einen leistungsstarken Nachfolger zu bieten, der die Ausreden bezüglich der Geschwindigkeit endgültig ausräumen konnte.
Ich war unglaublich aufgeregt. Das PPP hätte doch alle Probleme lösen müssen, oder?
Mehr Power für den Traum vom Pocket-PC
Als ich mein erstes Pinephone Pro bekam, war ich wirklich beeindruckt. Das Gerät war ein gewaltiger Leistungssprung nach vorne.
- Prozessor-Upgrade: Das PPP verfügt über einen leistungsstarken Rockchip RK3399S-Prozessor (eine stromsparendere Variante des RK3399), der zwei ARM Cortex-A72-Kerne und vier ARM Cortex-A53-Kerne enthält.
- Arbeitsspeicher und Speicherplatz: Mit 4 GB RAM und 128 GB eMMC-Speicher konnte das PPP tatsächlich mit einigen Low-End-Desktop-Computern konkurrieren.
Dieses Leistungsniveau war mehr als ausreichend, um ein Linux-Phone im Alltag zu nutzen. Plötzlich fühlte sich das Ausführen komplexer Anwendungen und das Navigieren auf der Benutzeroberfläche von Phosh oder Plasma Mobile schnell und reaktionsschnell an. Eine erfreuliche Abwechslung zur Trägheit seines Vorgängers.
Entscheidend war auch, dass das Pinephone Pro die Probleme mit der Bildschirmausgabe behob, unter denen das Original litt. Das Convergence-Erlebnis war zwar immer noch anspruchsvoll, aber dank der Power unter der Haube nun tatsächlich nutzbar. Das PPP löste endlich das Versprechen der Desktop-Seite in der Pocket-PC-Gleichung ein.
Der Convergence-Teil mit kabelgebundenem Display-Ausgang ist tatsächlich so gut, dass ich immer noch ein Pinephone Pro im täglichen Gebrauch habe – allerdings nur als tragbaren Computer.
Die verbleibenden Baustellen: Hitze und Ausdauer
Nachdem das Problem mit der Geschwindigkeit endlich gelöst war, richtete sich der Fokus der Community wieder auf andere grundlegende Hardware-Herausforderungen:
- Hitze: Bei intensiver Nutzung (wie Video-Streaming oder anspruchsvollen Aufgaben) wurde das PPP sehr heiß. Obwohl sich dieses Problem seit der Erstveröffentlichung durch Kernel- und Firmware-Updates etwas gebessert hat, wird es bei starker Beanspruchung immer noch ziemlich warm.
- Akkulaufzeit: Während die Akkulaufzeit im Standby-Modus (Idle) akzeptabel war, konnte intensive Nutzung den Akku schnell leeren. Wenn man das Telefon stark beanspruchte, konnte der Akku in nur 30 Minuten komplett leer sein.
- Kamera und GPS können immer noch nicht mit dem mithalten, was man von einem modernen Smartphone erwartet. Ich würde sagen, sie sind eher ein Proof-of-Concept als wirklich brauchbar.
Dies waren die klassischen Kompromisse zwischen Leistung und Ausdauer in einem kleinen Gehäuse, und obwohl sie frustrierend waren, fühlten sie sich wie lösbare technische Herausforderungen an.
Das unaussprechliche Problem: Ein Telefon, das nicht telefonieren kann
Der größte und am meisten demoralisierende Nachteil für mich war ein Problem, das bis heute fortbesteht: Die Audioqualität bei Anrufen ist schlichtweg unerträglich.
Die Hauptfunktion eines Telefons ist die Kommunikation, und trotz der Bemühungen der gesamten Community hat das Pinephone Pro nie eine zuverlässige, klare Audioqualität bei Telefonaten erreicht. Ich habe insgesamt acht Pinephone Pros besessen, und zusammen mit Community-Helden wie Biktorgj und Megi haben wir unzählige Stunden mit der Fehlersuche verbracht, sind aber einfach nicht weitergekommen. Falls Sie mehr darüber erfahren möchten: Ich habe Notizen im Pine64-Forum und in verschiedenen Repositories verfasst.
Tatsache bleibt: Die Audio-Pipeline für Anrufe funktioniert immer noch nicht so, wie sie sollte. Was ist das für ein Telefon, mit dem man nicht telefonieren kann? Diese Achillesferse – die wahrscheinlich in subtilen Problemen beim Zusammenspiel von Hardware, Firmware oder Kernel begründet liegt – verwandelt das PPP von einem bahnbrechenden Pocket-PC in einen schönen, leistungsstarken PDA.
Das Pinephone Pro ist ein Beweis dafür, was FOSS erreichen kann, wenn genügend Leistung vorhanden ist, aber das Scheitern an grundlegenden Telekommunikationsfunktionen ist eine schmerzhafte Erinnerung daran, dass der Weg zum perfekten Linux-Mobile-Alltagsgerät noch lange nicht zu Ende ist.
Letzte Worte... denken Sie daran, Ihr Lieblings-Linux-Mobile-Projekt auf die Weise zu unterstützen, die Ihnen am besten passt! Da ich im Programmieren ziemlich schlecht bin, lasse ich meinen Worten Taten folgen und unterstütze die Projekte finanziell: Ich habe jedes Projekt, über das ich schreibe, persönlich finanziell unterstützt.
Ich kann Ihnen auch mit Stolz ans Herz legen, mein aktuelles Hauptgerät FLX1s - zu kaufen – fragen Sie mich gerne aus, wenn Sie neugierig sind. 2026 wird das Jahr von Linux Mobile, also steigen Sie ein und genießen Sie die Fahrt!